Die Sache mit den springenden Goldfischen…

…kennt eigentlich jeder, der sich auch nur ansatzweise mit dem Medium Bild beschäftigt, da der springende Goldfisch und seine Kollegen uns täglich auf hunderten von Bildern in Print- und Webmedien begegnen.

Auf die Frage, wie solche Art von Bildern entsteht, antworte ich dem fotografischen Laien bzw. der noch nicht mit Photoshop vers… Menschenseele, dass ich mich (im vorliegenden Fall) vor die Martinigläser setzte und so lange mit dem Selbstauslöser warte, bis der Fisch mal springt. Ist zwar etwas langweilig, aber sehr entspannend, zumal die Ergebnisse für sich sprechen.

Etwa 80 % der Interessierten nehmen mir diese Geschichte ab und finden das Bild erstaunlich gut gelungen. Klärt man sie darüber auf, dass derartige Fotos nur mit Hilfe des Computers entstehen können, stellt sich sehr schnell die Ernüchterung ein. „Ach so, mit dem Computer – das kann heutzutage ja jeder…“ und schon ist das Bild nicht mehr so interessant und hat an Wertigkeit verloren. So ist sie halt, unserer Gesellschaft.

Falls sich in dem computerverwöhnten Zeitalter, in welchem 120 % – ige Ergebnisse ausschließlich nur per Knopfdruck entstehen, doch noch jemand für ein kleines making of interessiert, hier ein paar Infos:

  • Fisch fotografieren: wenn kein passendes Exemplar aus dem hauseigenen Aquarium gefischt werden kann, wird der Gang in die nächste Zoohandlung zu Pflicht. Fisch aussuchen, entweder kaufen oder leihen und abends oder am nächsten Tag im gleichen Wasser wieder zurückbringen. Dem Tipp vom Zoohändler, dem Fisch die Freiheit in der Kanalisation zu schenken habe ich jedenfalls nicht über das Herz gebracht und ist auch nicht zur Nachahmung empfohlen.
  • Den Fisch anschließend vor weißem Hintergrund in einem kleinen Aquarium ca. 100 mal fotografieren und somit eine ganze Goldfischfamilie erzeugen, damit genügend Material für zukünftige Fischprojekte ins Archiv wandern kann. Fisch anschließend zurückbringen.
  • Die favorisierten Bilder müssen anschließend exakt freigestellt werden.
  • Einer Freistellung bedarf auch das Martiniglas, in welches wohlgeformte Eiswürfel fallen sollen. Nach 30 bis 40 Bildern und einer entsprechenden Sauerei im Wohnzimmer ist auch dieser Part erledigt. Ein Bild mit einem sauberen Eiswürfeleinschlag ist bestimmt dabei.
  • Nun werden die die Goldfische ins Bild kopiert und anschließend eine Wasserspiegelung der Gläser per Photoshop erzeugt.

Viel Spaß bei Eurem langweiligen aber doch sehr entspannenden Hobby 😉


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