Braucht der Fotograf einen Mac?

Schaue ich mich im Kreise meiner realen und virtuellen Kollegen um, benutzen doch sehr viele Fotografen diese Rechner mit dem hell leuchtenden Apfel. Warum das so ist, konnte mir in den letzten Jahren eigentlich niemand so recht beantworten. Klar gibt es scheinbare Gründe wie:

  • toll aufeinander abgestimmte Hardware
  • irres Design
  • innovatives, nicht virenanfälliges und sehr stabiles Betriebssystem, etc., etc., etc..

Aber Computer bleibt Computer. Der Rechner ist meines Erachtens ein „notwendiges Übel“ im Workflow eines jeden Fotografen und macht nur das, was man ihm sagt. Ob Bildverwaltung, Bildpräsentation oder Bildbearbeitung…entscheidend ist das Ergebnis. Hierfür spielt es definitiv keine Rolle, mit welchem Rechner dieses Ergebnis entstanden ist. Mir scheint dieser Umstand fast mit der seit Jahrzehnten bestehenden Streitfrage: „Canon oder Nikon? Welche Kamera macht die besseren Bilder?“ vergleichbar. Jeder, der sich auch nur ansatzweise mit dem Thema Fotografie beschäftigt, kommt früher oder später zu dem Ergebnis, dass es vollkommen egal ist, welche Kamera von welcher Marke ich besitze, denn beide machen gute Bilder.

Wie auch immer…seit mehr als 20 Jahren nutze ich Windows Rechner, die bis zum heutigen Tage ihre Dienste immer erfüllt haben. Vor mehreren Monaten aber stand die Neuanschaffung eines Notebooks auf dem Programm, da mein etwa vier Jahre altes Laptop mit Lightroom und Photoshop doch dermaßen zu kämpfen hatte, dass die Arbeit am Rechner überhaupt kein Spaß mehr machte. Und plötzlich sah ich mich wieder mit der Frage konfrontiert, ob es nicht doch mal ein Apple sein sollte.

Nun ja, eine erste Analyse des Preis – Leistung Verhältnisses im Vergleich zu „normalen“ Windows Rechnern haben mich einen Apple Anschaffungsgedanken wieder schnell verdrängen lassen. Apple Produkte sind teuer, ist auch jedem bekannt, sie werden trotzdem gekauft! Warum? Gutes Marketing, keine Frage. Innovativ? Zumindest bei meinem iPhone habe ich dieses Gefühl. Es war allerdings auch mein erstes Smartphone, s.d. mir ein direkter Vergleich fehlt.

Ich will den interessierten Leser nicht länger auf die Folter spannen. Ein Angebot im noch dreistelligen Bereich (für ein MacBook Pro tatsächlich günstig) hat mir die Entscheidung etwas leichter gemacht. Ich wollte es einfach wissen was den Mythos Apple ausmacht und habe zugeschlagen. Das ganze ist jetzt etwa einen Monat her … und meinen Mac möchte ich nicht mehr missen.

Angeschafft wurde das „kleinste“ 13 Zoll MBP, welches primär für die einfach gelagerte Bildverwaltung und -bearbeitung on Location sowie als Präsentationsmedium (inkl. Tethered Shooting mit Lightroom) im Rahmen meiner Schulungsveranstaltungen genutzt wird. Aber der Reihe nach…

Bereits der erste Kontakt beim Auspacken erweckte in mir einen sehr positiven Eindruck. Ein aluminiumgefertigtes Notebook wie aus einem Guss. Kein Vergleich zu einem Gerät aus Plastik, was allerdings auch ganz klar zu Lasten des Gewichts geht. Mit über 2 kg bestimmt kein Leichtgewicht. Stromkabel (per Magnet – habe ich bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nirgends gesehen) angeschlossen, eingeschaltet, Namen und WLAN Schlüssel eingegeben, fertig. Das ganze dauert etwa fünf Minuten und es kann losgehen. Aber da war doch noch was? Sicherheitsupdates wie bei Windows jeden ersten Dienstag im Monat. Gibt´s das bei Apple auch? Einfach ein paar Reiter durchgeglickt und den Programmpunkt „Softwareaktualisierung“ gefunden. Alles andere war selbsterklärend.

Dies trifft letztendlich auch auf die komplette Bedienung des OSX von Apple zu. Man muss sich zwar etwas umstellen, aber bereits nach kurzer Zeit scheinen zumindest die einfachen Grundsatzfragen immer beantwortet zu sein. Es macht einfach Spaß mit dem System zu arbeiten, da man bei der täglichen Arbeit immer wieder auf neue Features stößt, die einen innovativen Workflow am Rechner zulassen. Ich muss allerdings zugeben, dass dieser durchweg positive Eindruck mit einem für mich völlig neuen Arbeitsgerät und Betriebssystem zusammenhängt, der den persönlichen Spieltrieb befriedigt. Dieses Gefühl mag auch in einem unzufriedenen Apple Kunden aufkommen, der sich (aus welchem Grund auch immer) auf die Microsoft Seite schlägt und erstmals mit Windows (7) arbeitet.

Erfüllt das MBP nun meine Erwartungen? Für den Bereich des mobilen Einsatzes definitiv ja. 13 Zoll reichen aus, sofern das Gerät nicht täglich mehrere Stunden für die Bildbearbeitung benötigt wird. Dafür ist ein entspiegelter und größerer Monitor unausweichlich. Wer keine aufwendigen Gigabyte Panoramen berechnen oder mit 3D Anwendungen arbeiten muss, wird auch an der Geschwindigkeit nicht viel zu meckern haben. Natürlich ist ein Desktop Vier-Kern-Prozessor schneller, aber für die normalen Anwendungen für Zwischendurch und Unterwegs nicht notwendig. Meine fotografischen Anwendungen, wie insbesondere Lightroom und Photoshop laufen flüssig und angenehm. Ein externen Beamer wurde sofort erkannt und die „optimalen“ Auflösungen an Beamer und MBP vorgegeben. Das war bei meinen alten Windows Rechnern nicht immer der Fall. Software gibt es zu genüge und auch die ganze Hardware wie Drucker, Headset, Maus und Grafik-/Stifttablett wurde sofort erkannt. Wem das nicht reicht, kann ja noch zusätzlich Windows auf dem MBP installieren.

Ob Apple jetzt mit dem MacBook Pro ein besseres Gerät als vergleichbare Windows Rechner liefert und somit der Fotograf zwangsläufig einen Mac braucht, würde ich wohl eher mit einem Nein beantworten. Computer bleibt Computer, wenngleich ich noch kein Medikament gegen meinen Applevirus gefunden habe 🙂 .

Wie sind Eure Erfahrungen zum Thema: “ Warum sind Applerechner bei Fotografen so beliebt?“


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