Tipps zum Thema: „Mit Bildern Geld verdienen – kann man von der Fotografie leben?“

Immer wieder werde ich gefragt, ob man in der heutigen Zeit überhaupt noch Geld im digitalen Bildergeschäft verdienen kann?

Meine Antwort lautet ganz klar: ja! Es kommt nur darauf an, wie man die Sache angeht und mit dieser umzugehen versteht.

Die folgenden Tipps geben ausschließlich meine eigene Erfahrung wieder und sind natürlich nicht abschließend zu verstehen. Sie sollen in erster Linie dazu dienen mögliche Fehler zu vermeiden und eine realistische Einstellung zur Materie zu bekommen.

Auch wenn der ein oder andere Tipp etwas banal klingen mag, in jeder Aussage steckt ein Funken Wahrheit. Immer wieder treffe ich auf „zukünftige Kollegen“, die zwar sehr gut und sehr gerne Fotografieren, Photoshop in und auswendig beherrschen, den Schritt in die (partielle) Selbständigkeit anpeilen, sich über das wie aber noch keinerlei Gedanken gemacht haben. Ein fataler FEHLER.

Was sollte man daher beachten?

  • Frage Dich selbst, ob Du mit Deinen Bildern den gesamten Lebensunterhalt bestreiten musst oder auf einen möglichen Nebenverdienst erst gar nicht angewiesen bist. Gehörst Du zu der ersten Gruppe, mache Dir ein paar Gedanken wie viel Geld Du im Jahr erwirtschaften musst, um über die Runden zu kommen. Gehörst Du zweiten Gruppe und betreibst Fotografie nur als Hobby: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Es bleibt Dir sehr viel Stress erspart.

 

  • Bevor Du auf den Auslöser drückst, mache Dir Gedanken zu dem Thema: WANN will bzw. muss ich WAS WIE erreicht haben? Diese Frage sollte man sich im Übrigen ständig stellen und die hieraus gewonnenen Ergebnisse den jeweiligen Umständen und den eigenen Erfahrungen anpassen.

 

  • Sei Dir bewusst, dass nur ein Bruchteil Deiner Arbeitszeit „Das Auslösen“ der Kamera bedeutet. Den Großteil der gesamten Arbeitszeit investiert man in das Drumherum.

 

  • Welchen Markt kann ich mit meinen Fotografien bedienen? Wie sieht meine Zielgruppe aus? Diese Fragen sind meines Erachtens elementar, da es nichts bringt nur Regenwürmer zu fotografieren und man später feststellt, dass kein Mensch Regenwurmbilder kaufen möchte. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

 

  • Analysiere als Fotograf den Markt und rechne Dir realistische Verdienstchancen aus. Dabei verliere aber nie Deine thematische Leidenschaft aus dem Auge, denn nichts ist schlimmer als Sachen zu fotografieren, die einen überhaupt nicht interessieren.

 

  • Produziere ich überhaupt Bilder, die den möglichen Bedürfnissen meiner Zielgruppe entsprechen? Wenn nicht, muss ich mir eine andere Zielgruppe suchen oder mich erheblich verbessern.

 

  • Mache Dir ständig darüber Gedanken, wie Du Dich und Deine fotografischen Arbeitsweisen verbessern kannst. Stillstand ist Rückschritt.

 

  • Wie in jeder Branche musst auch Du als Fotograf in der Lage sein, Dich den marktüblichen Gegebenheiten anzupassen und ggf. von heute auf morgen plötzlich etwas völlig anderes machen. Diesen Umstand sehe ich persönlich als besonders spannend, da man ständig gefordert wird und keinerlei Langeweile aufkommt.

 

  • Mache Dir als Fotograf Gedanken darüber, wie Du Dich und Deine Arbeit GEWINNBRINGEND vermarkten kannst.

 

  • Selbstkritik und Kritik durch Dritte an den eigenen Bildern und der eigenen Arbeitsweise steigert langfristig die Qualität.

 

  • Tausche Dich ständig mit Deinen Kollegen aus der Fotobranche aus und versuche so neues Potential zu entdecken.

 

  • Nur theoretisches Wissen über alle erdenklichen fotografischen Themen nützt gar nichts. Nur praktische Übung, Übung und nochmals Übung macht den Meister.

 

  • Bereite Dich stets gut auf einen fotografischen Job vor. Soweit möglich muss bereits im Vorfeld die klare Bildidee in Abhängigkeit der Location fixiert sein und anhand derer die Ausrüstung zusammengestellt werden.

 

  • Habe Dein fotografisches Equipment unter voller Kontrolle. Dieser Punkt ist sehr wichtig, da viele potentielle Neueinsteiger nicht wissen wie es sich anfühlt unter hohem zeitlichem Druck zu arbeiten. Der Kunde erwartet im Zweifel innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums prof. Ergebnisse. Da bleibt keine Zeit um stundenlang das Licht einzustellen oder die Wirkung von verschiedenen Lichtformern zu testen.

 

  • Langweile Deine Kunden keinesfalls mit Ausführungen zur Technik, sondern konzentriere Dich ausschließlich beim Shooting auf den Kunden.

 

  • Analysiere Deine fotografischen Prozessabläufe und versuche diese stets zu optimieren.

 

  • Halte Dein fotografisches Auge ständig offen, denn jede Sekunde kann den visuellen Ansatz zu einer neuen Bildidee offenbaren. Diese Idee sollte sofort schriftlich fixiert werden, denn schnell ist sie wieder vergessen.

 

  • Als Fotograf muss man nicht perfekt sein. Wir alle machen Fehler und produzieren mehr schlechte Bilder als gute Bilder. Lerne gewisse „must have“ Bilder sicher zu fotografieren und kümmere Dich dann um die Zugabe.

 

  • Arbeite hart an dem Ziel bereits beim Druck auf den Auslöser möglichst 100 % Bild im Kasten zu haben. Nur so kann das fotografische Auge geschult  und der Umgang mit Licht gelernt werden.

 

  • Ein Fotograf sollte Photoshop und Co. nur dann benutzen, wenn er die gewünschten Ergebnisse fotografisch nicht erreichen kann. Dies hängt primär mit dem Faktor Zeit zusammen, denn die Arbeit am PC wird vom Kunden im Zweifel nicht oder nur schlecht bezahlt.

 

  • Der Hobbyfotograf kümmert sich um die Technik, der Profifotograf um das Geld verdienen. Ich halte es hier mit Christopf Künne aus der docma 35:“ Jemand der Getriebe zerlegt, um sie zu reparieren, hat in einer modernen Autowerkstatt kaum Chancen auf einen Job als KFZ Mechaniker. Ebenso ist die perfekte technische Beherrschung von Photoshop allein keine Grundlage für eine Karriere als Bildbearbeiter, Illustrator oder Fotograf…Dienstleister sind effizient und nur sehr selten technische Genies. Technische Genies dagegen eignen sich nur sehr selten als outputorientierte Dienstleister.“

 

  •  Lerne Deinen fotografischen Workflow dahingehend zu optimieren, dass zeitraubende Tätigkeiten ausgelagert werden und Du Dich ausschließlich auf die BIG POINTS beschränkst.

 

  • Arbeite als Fotograf stets mit Menschen zusammen, die das gleiche Ziel verfolgen

 

  • Schätze Deine Arbeit als Fotograf realistisch ein und verkaufe Deine Produkte oder Dienstsleistungen zu realistischen und marktüblichen Preisen.

 

  • Erwarte als Fotograf nicht zu viel von der modernen Technik. Noch immer gilt der alte Grundsatz: „Nicht die Kamera, sondern der Fotograf macht das Bild.“

 

  • Jeder Start in die Selbstständigkeit ist schwierig. Das gilt auch für den Fotografen. Rechne damit, dass die ersten Jahre zur Durststrecke werden können. Habe ausreichend Rücklagen und immer einen Plan B im Hinterkopf, falls es nicht so läuft, wie Du Dir es vorstellst.

 

  • Durchhalten und Spaß haben

 


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