Dell U2413 als sRGB Bildbearbeitungsmonitor

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Immer wieder stellt sich die Frage: „Wie viel muss ich für einen guten Monitor ausgeben?“, wobei die Bezeichnung „gut“ natürlich relativ ist.

Während Bildbearbeitungsprofis, die vor allem im Bereich der Druckvorstufe tätig sind, auf eine absolute Farbverbindlichkeit auch außerhalb des sRGB Farbraums angewiesen sind, arbeiten viele Amateure und semiprofessionelle Fotografen bzw. Bildbearbeiter ausschließlich innerhalb des sRGB Farbraums, der für sehr viele Anwendungsbereiche auch völlig ausreichend ist.

Wer also auf der Suche nach einem anständigen sRGB Monitor ist, der neben einer großen Anzahl von Anschlussmöglichkeiten zusätzlich eine Hardwarekalibrierung bietet, der wurde jüngst auf die neuen Monitore U2713H und U2413 von der Firma Dell aufmerksam. Die angeblich schon werksseitig auf einen mehr als guten sRGB Wert kalibrierten Geräte bieten dem Datenblatt zufolge technische Werte und Displays, die es gerne mit den Profigeräten von den Firmen Eizo oder NEC aufnehmen können und dabei nur etwa ein Drittel kosten.

Nachdem ich die Möglichkeit hatte, zwei identisch kalibrierte Dell U2713H bei einem Kollegen zu begutachten, entschied ich mich kurzfristig für die 24 Zoll Variante, die dann für ein paar Tage auf meinem Schreibtisch stand.

Ja, leider nur für ein paar Tage!

Warum?

Nach dem ersten Anschließen des Gerätes fiel mir ein hochfrequentes Pfeifen auf, was in unregelmäßigen Zeitabständen auftrat und gerade in einer „Silent Umgebung“ unerträglich ist.

Die von der Firma Dell voreingestellte sRGB Kalibrierung ist aus meiner persönlichen Sicht wegen einem leichten Grünstich nicht zu gebrauchen. Wer seit knapp 10 Jahren vor hardwarekalibrierten Eizo Geräten (die natürlich in einer völlig anderen Preisklasse liegen) gesessen hat, dessen Augen sind verwöhnt. Andererseits hat sich die Technik weiterentwickelt und vieles ist in der Produktion günstiger geworden. Wie auch immer… wer in einen vernünftigen Monitor investiert, sollte stets ein vernünftiges Hardwarekalibrierungsgerät miterwerben.

Und siehe da: nach der Kalibrierung mit einem ordentlichen und zu empfehlenden X-Rite EODIS3 i1Display Prosah die Sache schon ganz anders aus. Der sRGB Modus kommt durchaus an ein Eizo Gerät der CG Klasse heran, wenngleich die Kalibrierungssoftware von Dell keine „Grobjustage“ von Helligkeit, Farbtemperatur, etc… bei der Kalibrierung des Zielfarbraum sRGB oder AdobeRGB1998 zulässt.

Gleich wenn man nach der Kalibrierung auf ein anständiges sRGB Ergebnis zurückgreifen kann, stellt sich ein weiteres Problem: zieht man ein Fenster von rechts nach links oder von oben nach unten, entstehen hässliche Farbsäume an allen Kontrastkanten. Ich dachte erst, dass dieser Umstand an einem ungünstigen Blickwinkel liegt; war aber nicht der Fall. Zur Vorbereitung auf meinen Blogartikel wurde ich darauf hingewiesen, dass man in den Einstellungen des Bildschirmmenüs diesen Effekt wohl ausblenden oder minimieren kann. Allerdings frage ich mich, warum so etwas überhaupt auftaucht? Übrigens gibt es auch bei Standbildern bereits leichte Farbsäume, wenn man als Brillenträger den Kopf schwenkt 🙁

Ansonsten gibt es an diesem Gerät wirklich nichts zu meckern. Wer einen U2413 ohne störende Pfeifgeräusche erwischt, das Problem der hässlichen Farbsäume in den Griff bekommt und bereit ist, zusätzlich in ein Kalibrierungsgerät zu investieren, macht bei einem unschlagbaren Preis von etwa € 450,– wirklich nichts falsch.

Abschließend möchte ich erwähnen, dass mir weder der Bildschirm durch die Firma Dell zur Verfügung gestellt wurde, noch dass ich mit wissenschaftlichen Ansprüchen meine Erfahrungen, die ausschließlich subjektiver Natur sind, teile. Das Bild (hier scheint der Eizo eine Farbstich zu haben – ist aber nicht der Fall) erhebt keinen Anspruch auf irgendwelche Vergleichswerte oder Farbverbindlichkeiten, da es mit einem Smartphone gemacht wurde.


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